Gedenkkerzen
Kerze anzünden
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Linda
26. April 2012
Trage sein Herz in deinem. Energie geht nie verloren...wir bestehen aus Energie.
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Journal
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28. Juni 2009 11:58
Gabriele Gérard, 12557 Berlin
Gedanken zum 1. Juli
Berg der Trauer
Trauer ist wie die Besteigung eines hohen Berges.
Wir stehen zunächst atemlos vor dieser Aufgabe, die uns völlig aussichtslos erscheint. Wie sollen wir auch nur die ersten Schritte tun? Wir haben kein Werkzeug, wir haben nichts als unsere Hände. Sie greifen um sich und wollen sich festhalten. Wir ergreifen, was uns nahe liegt - Sand: türmen ihn aufeinander --- sinnlos, er rinnt uns durch die Hände, der kleine Hügel, der entsteht, sinkt immer wieder in sich zusammen - sie ein Sinnbild für uns selbst. Nein, wir haben keinen Plan, niemand, der uns sagt, wie man den Berg der Trauer erklimmt. Uns hilft nicht einmal das Wissen, dass Tausende in diesem Moment vor der gleichen Aufgabe stehen, dass Millionen diese Berge bezwungen haben.
Es gibt keine Baumeister, keine Architekten, nichts Allgemein-gültiges, einmalig ist unsere Trauer und das, was wir lesen, was man uns sagt, was wir hören - es scheint uns so fremd, so weit weg von dem fassungslosen Schmerz in dem wir gefangen sind... "Lasst mich alleine mit dieser Aufgabe" - dies waren meine Gedanken. ?Wenn ich nicht selbst einen Weg finde, werde ich hier am Fuße des Berges in meiner Trauer und meinem Leid verharren".
Der, nachdem all meine Sehnsucht schreit, kann seine Hand nicht ausstrecken, er ist nicht mehr. Die Hände, die mir gereicht werden, sie können mich nicht tragen, viel zu schwer bin ich, viel zu groß ist das, was mir widerfahren ist... Niemand, der wirklich ermessen kann, welche Aufgabe vor mir liegt.
Meine Besteigung des Berges der Trauer begann damit, Steine zu suchen: kleine Steine, große Steine, runde und eckige - und ich gab diesen Steinen Namen wie "Hoffnung" "Zuversicht" "Loyalität" "Liebe"
"Verbundenheit" "Treue" "Glauben" "Freundschaft". Der letzte Stein, den ich bisher benannt habe, ist der Stein der "Zukunft". Und mit diesen Steinen habe ich begonnen, einen Weg zu legen - Stein für Stein unter meine Füße und diese Steine tragen. Ich weiß nicht, was geschieht, wenn ich um die nächste Biegung des Berges komme, was auf mich wartet - aber ich habe meine Besteigung begonnen und ich setze sie fort: Ich habe keine Hast und Eile mehr. Ich habe in den Jahren erfahren, dass die Besteigung des Berges der Trauer ein ganzes Leben braucht!
Manchmal wird mir ein Stein geschenkt: die Steine der "Anteilnahme" des "Mitgefühls" der "Empathie" - dies sind große Steine - und sie fügen sich in die meinen ein und ebnen manch kleine Strecke, die ohne sie viel mühsamer geworden wäre.
Es gibt auch Steine, die mir in den Weg gelegt werden: Steine des "Unverständnisses" der "Missachtung" Steine der "Ungeduld" , der "Ignoranz" und der ?Hilflosigkeit?.
Lasst mir meinen Weg. Lasst Trauernden ihre Wege. Jeder muss seine Steine suchen, benennen und mit ihnen seinen ganz individuellen Pfad bauen.
Schenkt uns die kleinen Steine des "Mitgefühls", denn sie tragen uns ein Stück weiter und für sie sind wir dankbar.
Text geschrieben am Muttertag 2004
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29. Juni 2009 08:59
Gabriele Gérard, 12557 Berlin
Augenblicke
Gestern, heute, irgendwann
Jahre zählen nicht.....
seine Stimme steht im Raum
und sie regt sich immer wieder
Morgen, später, niemals mehr
Wochen zählen nicht.....
Und sein Lachen füllt den Raum
und verweht im Nichts
Jetzt und auch in Ewigkeit
Nur die Augenblicke zählen.....
Und er ist als wer er war
im Unendlichen geborgen
und in unseren Herzen aufgehoben
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01. Juli 2009 10:35
Gabriele Gérard, 12557 Berlin
Deine Stimme ist hörbar,
wenn ich sie laut
nachspreche:
erinnerte Sätze,
die uns gehören.
Seit der letzten Umarmung
nimmt die Entfernung
täglich zu.
Auch im Traum
bist du jetzt nicht einzuholen.
Vergiss nicht, wie kurz
der Abschied war
und dass ein Wind
genügt:
Ich werde dich sofort
erkennen.
Richard Exner
Rest in Peace beloved son!
Deine Mom
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02. Juli 2009 18:55
Gabriele Gérard, 12557 Berlin
Tagore II
Ich muss Abschied nehmen.
Sagt mir Lebewohl, meine Brüder!
Ich verneige mich vor euch allen,
ich nehme Abschied von euch.
Die Schlüssel von meiner Tür gebe ich zurück,
nichts will ich mehr aus meinem Haus.
Ich bitte nur um eure letzten lieben Worte.
Lange waren wir Nachbarn,
aber ich empfing mehr,
als ich geben konnte.
Nun hat sich der Tag geneigt.
Die Lampe, die meinen Winkel erhellte, verlöscht.
Der Ruf ist ergangen.
Ich bin zum Aufbruch bereit.
Rabindranath T a g o r e
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10. August 2009 19:31
Gabriele Gérard, 12557 Berlin
Ach, dies leiblich schwache Auge
Gedicht von Friedrich Rückert
»Mit den Augen meines Geistes
Schau? ich hell euch wie zuvor;
Doch mit diesen, die euch schauten,
Wein? ich, daß ich euch verlor.«
Spanische Romanze.
Ach, dies leiblich schwache Auge,
Durch des Todes düstern Flor
Dringt es nicht, es dringt ins heitre
Licht des Himmels nicht empor.
Da ihr doch, solang ihr lebtet,
Ihm so glänzend schwebtet vor,
Kann es nur, da ihr entschwebtet,
Weinen, daß es euch verlor!
Doch das Auge meines Geistes
Wie durchs enge dunkle Rohr
Sieht ein Astronom die Sonne,
So durchs enge dunkle Thor
Eurer Gräber sieht es schweben
Droben euch im Engelchor,
Hell nicht wie zuvor im Leben,
Sondern heller wie zuvor.
Friedrich Rückert
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18. Dezember 2009 09:05
Gabriele Gérard, 12557 Berlin
Alles still
Alles still! Es tanzt den Reigen
Mondenstrahl in Wald und Flur,
Und darüber thront das Schweigen
Und der Winterhimmel nur.
Alles still! Vergeblich lauschet
Man der Krähe heisrem Schrei.
Keiner Fichte Wipfel rauschet,
Und kein Bächlein summt vorbei.
Alles still! Die Dorfeshütten
Sind wie Gräber anzusehn,
Die, von Schnee bedeckt, inmitten
Eines weiten Friedhofs stehn.
Alles still! Nichts hör ich klopfen
Als mein Herze durch die Nacht -
Heiße Tränen niedertropfen
Auf die kalte Winterpracht.
Theodor Fontane
Merry Christmas in Heaven, Florian
Deine Mom
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13. Februar 2010 14:29
Gabriele Gérard, 12557 Berlin
Oft ist das Leben lauter Licht
Und funkelt freudefarben
Und lacht und fragt nach denen nicht,
Die litten, die verdarben.
Doch immer ist mein Herz bei denen,
Die Leid verhehlen
Und sich am Abend voller Sehnen
Zu weinen in die Kammer stehlen.
So viele Menschen weiß ich,
Die irren leidbeklommen,
All ihre Seelen heiß ich
Mir Brüder und willkommen.
Gebückt auf nasse Hände
Weiß ich sie abends weinen,
Sie sehen dunkle Wände
Und keine Lichter scheinen.
Doch tragen sie verborgen,
Verirrt, und wissen's nicht,
Durch Finsternis und Sorgen
Der Liebe süßes Licht.
Hermann Hesse
Valentinstag 2010
Thinking of you my beloved son and missing you so much.
Mom
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22. April 2010 12:01
Gabriele Gérard, 12557 Berlin
UNTERRICHT
Jeder der geht
belehrt uns ein wenig
über uns selber.
Kostbarster Unterricht
an den Sterbebetten.
Alle Spiegel so klar
wie ein See nach großem Regen,
ehe der dunstige Tag
die Bilder wieder verwischt.
Nur einmal sterben sie für uns,
nie wieder.
Was wüssten wir je
ohne sie?
Ohne die sicheren Waagen
auf die wir gelegt sind
wenn wir verlassen werden.
Diese Waagen ohne die nichts
sein Gewicht hat.
Wir, deren Worte sich verfehlen,
wir vergessen es.
Und sie?
Sie können die Lehre
nicht wiederholen.
Dein Tod oder meiner
der nächste Unterricht:
so hell, so deutlich,
dass es gleich dunkel wird.
Hilde Domin
Für Florian - in einem neuen Frühling ohne Dich!
Deine Mom
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18. Juni 2010 17:01
Gabriele Gérard, 12557 Berlin
Lament for a Son
There's a hole in the world now.
In the place where he was, there's now just nothing.
A center, like no other, of memory and hope and knowledge and affection
which once inhabited the earth
is gone.
Only a gap remains.
A perspective on this world, unique in this world,
which once moved about within this world,
has been rubbed out.
Only a void is left.
There's nobody now who saw just what he saw,
knows what he knew, remembers what he remembered,
loves what he loved.
A person, an irreplaceable person is gone.
Never again will anyone apprehend the world quite the way he did.
Never again will anyone inhabit the world the way he did.
Questions I have can never now get answers.
The world is emptier.
My son is gone.
Only a hole remains, a void, a gap,
never to be filled
(Nicholas Wolterstorff)
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21. Juni 2010 09:11
Gabriele Gérard, 12557 Berlin
Augenblicke
Gestern, heute, irgendwann
Jahre zählen nicht.....
seine Stimme steht im Raum
und sie regt sich immer wieder
Morgen, später, niemals mehr
Wochen zählen nicht.....
Und sein Lachen füllt den Raum
und verweht im Nichts
Jetzt und auch in Ewigkeit
Nur die Augenblicke zählen.....
Und er ist als wer er war
im Unendlichen geborgen
und in unseren Herzen aufgehoben
Je näher der Abschiedstag rückt, desto ungläubiger erscheint mir Deine Abwesenheit, mein Sohn! 10 Jahre... und kein Tag ohne Dich!
Mom
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